Jets II verschenken ärgerlich Punkte

Das Männer 2 der Kloten-Dietlikon Jets verliert ein hart umkämpftes Spiel gegen die Lions Meilen in der Verlängerung. Trotz starker Leistung der Paradelinie um Starstürmer Alexander Fumagalli unterliegen sie in Widen nach fast 70 Minuten mit 5:6.


Vor einer Woche konnten die Jets noch den Interimsleader Schaffhausen mit 7:2 demütigen. Grundlage für diesen Kantersieg waren die solide Defensivarbeit und die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss. Mit einer ähnlich guten Leistung sollte eigentlich auch Meilen problemlos bezwungen werden können. All-time-Legende Dani „Dä Hani“ Meier erhielt heute gegenüber Matthias „Rückpass“ Aeschlimann den Vortritt und hütete das Tor der Jets. Der Spielplan von Trainer Sorejs schien aufzugehen, denn die Zürcher Unterländer verteidigten im eigenen Drittel resolut und liessen den Lions wenig Raum für torgefährliche Angriffe. In der Offensive konnten sie sich einige gute Möglichkeiten erspielen, nutzen konnten sie aber leider keine. Obwohl die Kloten-Dietliker im ersten Drittel mehr Spielanteile hatten, waren es die Lions, die in der 18. Minute das Score eröffneten. Die Jets liessen sich jedoch nicht entmutigen, und spielten weiter ihr Spiel. Kurz vor der ersten Pause wurde es noch einmal gefährlich vor dem eigenen Tor. Verteidiger Philippe Müller vergass kurzfristig seine Position und versuchte den heranfliegenden Ball aus der Luft zu fangen, lenkte ihn aber stattdessen unhaltbar ins eigene Tor ab. Glücklicherweise pfiffen die Unparteiischen in pflaumenblau das Handspiel, bevor der Ball die Torlinie überquerte, das Tor zählte nicht.

Müller nahm nach der Pause auf der Strafbank Platz und beobachtete, wie seine Teamkameraden in Unterzahl den zweiten Gegentreffer zu verhindern suchten. Vergeblich. Nur 25 Sekunden nach Wiederanpfiff durfte Müller wieder zu seinen Teamkollegen zurückkehren. Das 0:2 war alles andere als verdient und die Jets machten sich daran, das Resultat zu korrigieren. In der 23. Minute wurstelten Christian Müller, Obrist und schliesslich Fumagalli den Ball über die Torlinie und realisierten damit den Anschlusstreffer. Dieser spendete neue Energie; schon im nächsten Einsatz schlug der erste Block schon wieder zu. Ein mustergültig ausgeführter Freistoss führte zum heiss-ersehnten Ausgleich. Enforcer Jonas Snozzi liess sich bei diesem Tor von Obrist einen Assist gutschreiben. Die Spielintensität nahm in der Folge zu. Es wurde um jeden Ball gekämpft, versteckte Gehässigkeiten wurden ausgetauscht. Doch auch ganz offensichtliche Fouls blieben ungeahndet. Ein Tritt von hinten in die Beine des zu entwischen drohenden Christian Müller gab lediglich ein Freistoss. Die lasche Linie des Schiedsrichterduos löste bei einigen Zuschauern nur ungläubiges Kopfschütteln aus. Dieses steigerte sich zu regelrechten Entrüstungsausbrüchen, als das nächste Tor der Meilener trotz zwei vorausgehenden Stockschlägen gegeben wurde. Statt mit Führung gingen die Jets nun also wieder mit Rücklage in die Pause.

Meilen eröffnete das Schlussdrittel mit einem Lucky-Punch und baute die Führung auf 4:2 aus. Der erste Block wollte sich aber keineswegs mit null Punkten aus diesem Spiel verabschieden und zündete das Schlussfurioso. In der 47. Minute traf Fumagalli präzise ins tiefe untere Eck, in der 49. Minute traf Christian Müller nach Sololauf und Zauberzuspiel von Bruder Philippe und in der 50 Minute stellte Obrist auf 5:4 und erzwang die erstmalige Führung für die Jets. Und dies hätte eigentlich auch das Endresultat dieser Partie bleiben sollen, doch es kam anders. Die Unterländer spielten konzentriert weiter und warfen sich in jeden Schuss. Die 60. Minute war schon angebrochen und die drei Punkte fast in der Tasche als ein gescheiterter Angriff der zweiten Linie in einen Konter mündete. Das fehlende Backchecking gab den Lions Zeit und Raum für einen gefährlichen Gegenstoss und ermöglichte das 5:5. Die Verlängerung war Tatsache.
Viel passierte nicht: Die Teams egalisierten sich mehrheitlich in der Overtime, Müller wurde wieder einmal ungeahndet von hinten gelegt und die Torhüter hielten ihre Teams mit schönen Paraden im Spiel. Die Zuschauer hatten sich schon auf ein Penaltyschiessen eingestellt, als 22 Sekunden vor Schluss erneut die Konsequenz in der Verteidigung fehlte und Meilen das Game-Winning-Goal erzielte und somit den Jets auch noch den zweiten Punkt vom Teller stibitzten.

Mit dieser bescheidenen Ausbeute verbleiben die Kloten-Dietlikon Jets auf dem sechsten Tabellenrang, haben aber nach wie vor den Anschluss an die Spitze. Die letzten zwei Spiele gegen Limmattal und Mutschellen werden zeigen, ob die Jets auf eine mittelmässige oder eine gute Saison zurückblicken können.
„Unglaublich, ich hab mich gefühlt wie eine Nordmanntanne“ – C. Müller zu den Holzfällerqualitäten der Lions Meilen.
„Ich bin Eishockeygoalie, das war Reflex.“ – P. Müller zu seiner unglücklichen Torhütereinlage.
„Das war‘s, besser wird’s nicht mehr! Das ist der absolute Höhepunkt meiner Karriere!“ – Jonas Snozzi zu seinem Assist.